Ohren-Erkrankung
Gleichgewichtsstörungen
HNO-Diagnostik
Nase und Nasenrachenraum
Rachen, Kehlkopf und Gaumensegel
Tumoren
Chirurgie
Therapie

Was genau bedeutet HNO bei unseren Tieren?

Die Abkürzung HNO steht für Hals, Nase und Ohren. In der Tiermedizin umfasst dieser Bereich jedoch deutlich mehr. Dazu gehören das äußere Ohr mit Gehörgang und Trommelfell, Mittel- und Innenohr mit dem Gleichgewichtsorgan sowie Nase, Nasenhöhlen, Nasenmuscheln und Nasennebenhöhlen einschließlich der Stirnhöhlen. Auch Nasenrachenraum, weicher Gaumen und Gaumensegel sowie Rachen, Kehlkopf und angrenzende Weichteile und knöcherne Strukturen gehören dazu.

Erkrankungen in diesem Bereich können sich sehr unterschiedlich bemerkbar machen. Manche Tiere werden bei uns wegen einer vermeintlich einfachen Ohrenentzündung vorgestellt, andere wegen Nasenausfluss, Atemgeräuschen, Schluckbeschwerden, Kopfschiefhaltung oder ausgeprägten Gleichgewichtsstörungen. Da viele dieser Strukturen anatomisch eng miteinander verbunden sind, ist es wichtig, die Ursache der Beschwerden möglichst genau zu lokalisieren.

Ein Schwerpunkt bei uns im TGZ liegt auf der Diagnostik und Behandlung komplexer Erkrankungen des Ohres und Mittelohres sowie der Nase und des Nasenrachenraumes. Mit weiterführenden Untersuchungen können wir auch Veränderungen beurteilen, die bei einer Untersuchung von außen nicht vollständig sichtbar sind.

Besondere Erfahrung haben wir im Laufe der Jahre außerdem mit Patienten gesammelt, bei denen Gleichgewichtsstörungen durch Erkrankungen des Mittelohres verursacht wurden.

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Eine Person streichelt im Tierärztlichen Gesundheitszentrum Töging einen flauschigen weißen Welpen, der die Augen geschlossen hat und dessen Zunge leicht herausragt.

Wenn aus einer Ohrenentzündung ein chronisches Problem wird

Entzündungen des äußeren Gehörgangs gehören zu den häufigen Ohrerkrankungen bei Hund und Katze. Sie können unterschiedliche Ursachen haben und sich zunächst durch Kopfschütteln, Kratzen am Ohr, Rötungen, vermehrtes Ohrsekret oder Schmerzen bemerkbar machen.
Nicht jede Ohrenentzündung ist jedoch auf den äußeren Gehörgang begrenzt. Bestehen die Beschwerden über längere Zeit oder treten immer wieder auf, können sich Gehörgang und umliegende Strukturen dauerhaft verändern. Auch das Mittelohr und schließlich das Innenohr können betroffen sein. Dann können neben den eigentlichen Ohrbeschwerden auch Hörminderung, Kopfschiefhaltung oder Gleichgewichtsstörungen auftreten.
Bei wiederkehrenden oder chronischen Entzündungen schauen wir deshalb nicht nur auf die aktuelle Infektion. Wichtig ist für uns auch, die zugrunde liegende Ursache zu erkennen und zu beurteilen, wie weit die Veränderungen bereits reichen.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Eine Otitis externa ist eine Entzündung des äußeren Gehörgangs. Typische Anzeichen sind Kopfschütteln, Kratzen, Rötung, Sekret, unangenehmer Geruch oder Schmerzen.
Mögliche Ursachen sind unter anderem Allergien, Bakterien, Hefepilze, Parasiten, Fremdkörper, anatomische Veränderungen, Polypen oder Tumoren. Welche Behandlung sinnvoll ist, richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Je nach Befund können wir beispielsweise den Gehörgang reinigen, lokale Medikamente einsetzen oder einen Fremdkörper entfernen.

Besteht eine Otitis externa über längere Zeit, kann sich der Gehörgang dauerhaft verändern. Verdickungen, Vernarbungen, Verengungen oder Verkalkungen können dazu führen, dass eine lokale Behandlung zunehmend schwieriger wird.
Ist der Gehörgang bereits stark und irreversibel verändert, kann eine chirurgische Behandlung notwendig sein.

Eine Otitis media betrifft das Mittelohr hinter dem Trommelfell und kann sich beispielsweise aus einer länger bestehenden Entzündung des äußeren Gehörgangs entwickeln.
Neben Ohrenschmerzen und Sekret können auch Hörminderung, Kopfschiefhaltung, Gleichgewichtsstörungen oder ein unsicherer Gang auftreten. Da eine Mittelohrerkrankung von außen nicht immer eindeutig erkennbar ist, führen wir bei entsprechendem Verdacht eine weiterführende Diagnostik durch.

Breitet sich eine Entzündung bis zum Innenohr aus, spricht man von einer Otitis interna. Dabei kann auch das dort liegende Gleichgewichtsorgan betroffen sein. Es kann zu einem sogenannten peripheren Vestibularsyndrom kommen.

Mögliche Anzeichen sind eine deutliche Kopfschiefhaltung, ein schwankender Gang, Umfallen, Kreislaufen oder unwillkürliche schnelle Augenbewegungen, ein sogenannter Nystagmus. Auch Übelkeit, Erbrechen und Schwierigkeiten beim Aufstehen können auftreten.

Bei solchen Symptomen untersuchen wir das Tier sowohl neurologisch als auch HNO-spezifisch, um die Ursache genauer einzugrenzen.

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Gleichgewichtsstörungen und Mittelohr

Wenn die Ursache tiefer im Ohr liegt

Kopfschiefhaltung, ein schwankender Gang oder plötzlich auftretende Gleichgewichtsstörungen können ihre Ursache im Ohr haben. Im Laufe der Jahre haben wir wiederholt Hunde und Katzen behandelt, bei denen eine Erkrankung des Mittelohres für ausgeprägte Gleichgewichtsstörungen verantwortlich war.
Gerade bei diesen Patienten reicht die Untersuchung des äußeren Gehörgangs häufig nicht aus. Eine Mittelohrerkrankung kann auch dann bestehen, wenn das Ohr von außen vergleichsweise unauffällig erscheint. Neben der HNO-Untersuchung beurteilen wir deshalb auch den neurologischen Zustand des Tieres. So können wir zunächst eingrenzen, ob die Gleichgewichtsstörung eher vom Ohr und dem peripheren Gleichgewichtssystem oder vom zentralen Nervensystem ausgeht.
Welche weiteren Untersuchungen notwendig sind, entscheiden wir anhand des Befundes. Mit der Computertomographie können wir beispielsweise Veränderungen des Gehörgangs und des Mittelohres darstellen, die von außen nicht sichtbar sind.

Computertomographie

Aus der Praxis: Gleichgewichtsstörungen durch eine Mittelohrerkrankung

Ein Hund wurde bei uns mit plötzlich aufgetretener Kopfschiefhaltung und deutlichen Gleichgewichtsstörungen vorgestellt. Er zeigte einen unsicheren Gang, schwankte und fiel zeitweise um. Gleichzeitig bestanden wiederkehrende Probleme mit einem Ohr.
Bei der neurologischen Untersuchung ergaben sich Hinweise auf eine periphere vestibuläre Störung, also eine Störung des Gleichgewichtssystems, deren Ursache unter anderem im Innen- oder Mittelohr liegen kann. Da auch das betroffene Ohr chronische Veränderungen zeigte, bestand der Verdacht, dass neben dem äußeren Gehörgang auch das Mittelohr beteiligt war.
In der Computertomographie konnten wir Veränderungen des Gehörgangs und des Mittelohres darstellen. In der Bulla tympanica, der knöchernen Mittelohrhöhle, zeigte sich Material, das mit einer chronisch entzündlichen Veränderung vereinbar war. Die Mittelohrerkrankung konnte damit als wahrscheinliche Ursache der Gleichgewichtsstörung identifiziert werden.
Da der Gehörgang bereits hochgradig chronisch verändert war, wurde anschließend eine operative Behandlung durchgeführt.

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HNO-Diagnostik

Ein Tierarzt der Tierklinik für Kleintiere untersucht das Auge einer Katze mit einem Ophthalmoskop unter grünem Licht.

Schritt für Schritt zur Ursache

Gerade bei HNO-Erkrankungen ist es wichtig, genau zu klären, wo die Beschwerden entstehen und welche Strukturen betroffen sind. Am Anfang steht deshalb bei uns die klinische Untersuchung. Dabei achten wir unter anderem auf den Allgemeinzustand, mögliche Schmerzen, die Kopfhaltung, Atmung und Nasenausfluss, das Schluckverhalten sowie Veränderungen im Kopf- und Halsbereich.
Bei Gleichgewichtsstörungen gehört auch eine neurologische Untersuchung zur weiteren Abklärung. Wir beurteilen dabei unter anderem Gangbild und Koordination, Kopfhaltung, Nystagmus, Stellreaktionen und die Funktion der Hirnnerven. So können wir zunächst eingrenzen, ob die Ursache eher im Bereich des Ohres und des peripheren Gleichgewichtssystems oder im zentralen Nervensystem liegt.
Welche weiteren Untersuchungen sinnvoll sind, entscheiden wir anhand des jeweiligen Befundes. Dabei können wir verschiedene Verfahren miteinander kombinieren, um auch Bereiche zu beurteilen, die von außen nicht oder nur eingeschränkt einsehbar sind.

Unsere Möglichkeiten in der HNO-Diagnostik

Je nach Fragestellung stehen uns unterschiedliche Untersuchungsverfahren zur Verfügung:

  • klinische und neurologische Untersuchung
  • Otoskopie und Videootoskopie
  • Untersuchung des Trommelfells
  • Computertomographie (CT)
  • endoskopische Untersuchungen
  • Entnahme von Gewebeproben und Biopsien
  • histopathologische Untersuchungen

Die Verfahren ergänzen sich. Welche davon wir einsetzen, richtet sich danach, wo wir die Erkrankung vermuten und wie weit sich die Veränderungen möglicherweise ausgebreitet haben.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Mit einer Otoskopie oder Videootoskopie können wir den äußeren Gehörgang und, soweit einsehbar, das Trommelfell beurteilen. Dabei achten wir unter anderem auf Entzündungen, Sekret oder Eiter, Fremdkörper, Polypen, Tumoren und Verengungen.

Auch das Trommelfell selbst liefert wichtige Hinweise. Veränderungen der Farbe, Perforationen, Vorwölbungen oder Hinweise auf Flüssigkeit hinter dem Trommelfell können für die weitere Diagnostik relevant sein. Ein scheinbar intaktes Trommelfell schließt eine Erkrankung des Mittelohres allerdings nicht sicher aus.

Bei sehr schmerzhaften oder stark veränderten Ohren kann für die Untersuchung eine Sedierung oder Narkose notwendig sein.

Mit der Computertomographie können wir Strukturen beurteilen, die bei einer Untersuchung von außen nicht sichtbar sind. Dazu gehören beispielsweise der knöcherne Gehörgang, das Mittelohr mit der Bulla tympanica, die Innenohrregion sowie Nasenhöhle, Nasenmuscheln und Nasenrachenraum.

Auch chronische Entzündungen, Verkalkungen, knöcherne Veränderungen, Tumoren und andere Gewebeveränderungen können wir mithilfe der CT genauer darstellen. Besonders bei chronischen Ohrerkrankungen oder zur Vorbereitung einer Operation kann sie wichtige Informationen liefern.

Bei Veränderungen von Nase, Nasenrachen und Rachen kann eine endoskopische Untersuchung zusätzliche Informationen liefern. Dabei können wir Schleimhäute und tieferliegende Strukturen direkt betrachten. Zum Einsatz kommt die Endoskopie beispielsweise bei Fremdkörpern, chronischen Entzündungen, Polypen oder Tumoren. Auffälliges Gewebe können wir dabei gezielt beproben.

Bei verdächtigen Umfangsvermehrungen oder Tumoren kann anschließend eine histopathologische Untersuchung notwendig sein. Dabei wird die entnommene Gewebeprobe im Labor untersucht. So kann unter anderem festgestellt werden, um welche Art der Veränderung beziehungsweise welchen Tumortyp es sich handelt. Die Ergebnisse bilden eine wichtige Grundlage für die weitere Therapieplanung.

Erkrankungen von Nase und Nasenrachenraum

Wenn Atmung und Nase dauerhaft Probleme machen

Erkrankungen der Nase und des Nasenrachenraumes können sehr unterschiedliche Ursachen haben. Dazu gehören Entzündungen, Fremdkörper, Pilzerkrankungen, Zahnwurzelprobleme, Polypen, Tumoren oder chronische Veränderungen der Schleimhaut.
Da der Nasenrachenraum hinter der Nasenhöhle liegt und von außen nicht direkt einsehbar ist, reichen einfache Untersuchungen bei anhaltenden Beschwerden nicht immer aus. Je nach Befund setzen wir deshalb weiterführende Verfahren wie die Computertomographie oder endoskopische Untersuchungen ein.

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FAQ – Erkrankung von Nase und Nasenrachenraum

Mögliche Anzeichen sind einseitiger oder beidseitiger Nasenausfluss, häufiges Niesen, erschwerte Nasenatmung, Atemgeräusche oder Schmerzen im Kopfbereich. Auch blutiger Nasenausfluss, Veränderungen der Gesichtsform oder ein verminderter Geruchssinn können auftreten.

Veränderungen im Nasenrachenraum können sich unter anderem durch Atem- oder Schnarchgeräusche, Würgen, Schluckprobleme, chronischen Nasenausfluss, Husten oder Räuspern bemerkbar machen. Auch wiederkehrende Atemwegsprobleme können damit zusammenhängen.

Neben entzündlichen Veränderungen können Fremdkörper, Pilzerkrankungen, Zahnwurzelprobleme, Polypen oder Tumoren die Ursache sein.

Im Nasenrachenraum kommen außerdem Zysten, Stenosen und andere Verengungen, angeborene oder erworbene Fehlbildungen sowie tumoröse oder andere raumfordernde Veränderungen infrage.

Welche Untersuchung sinnvoll ist, entscheiden wir anhand der Beschwerden und des jeweiligen Befundes. Mit der Computertomographie können wir tieferliegende Strukturen und Veränderungen darstellen. Eine Endoskopie ermöglicht uns, Schleimhäute und zugängliche Bereiche direkt zu beurteilen. Auffälliges Gewebe können wir dabei gezielt beproben.

Tumoren von Nase und Nasenrachenraum

Querschnitts-CT-Aufnahme eines Hundeschädels aus einer CT-Untersuchung im Tierärztlichen Gesundheitszentrum Töging, wobei die grünen Markierungen „l“ und „r“ die linke bzw. rechte Seite kennzeichnen.

Veränderungen gezielt abklären

Tumoren in der Nasenhöhle oder im Nasenrachenraum können über längere Zeit unbemerkt bleiben. Erste Beschwerden sind nicht immer eindeutig und können zunächst auch an eine Entzündung oder eine andere Erkrankung der oberen Atemwege denken lassen.

Besteht der Verdacht auf eine tumoröse Veränderung, klären wir deshalb möglichst genau ab, wo die Veränderung liegt, wie weit sie sich ausdehnt und um welche Art von Veränderung es sich handelt.

Dafür können wir bei uns im TGZ bildgebende, endoskopische und zytologische beziehungsweise histopathologische Untersuchungen miteinander kombinieren.

Mehrere Untersuchungen ergeben ein genaueres Bild

Eine einzelne Untersuchung reicht bei Veränderungen von Nase und Nasenrachenraum nicht immer aus. Je nach Befund können wir unterschiedliche Verfahren miteinander kombinieren:

  • Computertomographie (CT) zur Beurteilung von Lage und Ausdehnung
  • Endoskopie zur direkten Untersuchung zugänglicher Bereiche
  • Feinnadelaspiration zur Gewinnung von Zellmaterial
  • Biopsie zur Entnahme einer Gewebeprobe
  • histopathologische Untersuchung zur genaueren Beurteilung des entnommenen Gewebes

Erst das Zusammenspiel der jeweiligen Befunde ermöglicht häufig eine genauere Einordnung der Veränderung und hilft uns, die weitere Behandlung zu planen.

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Mögliche Hinweise sind einseitiger Nasenausfluss oder Nasenbluten, chronisches Niesen, zunehmend auffällige Atemgeräusche oder eine erschwerte Nasenatmung. Auch Gesichtsschwellungen, Schluckbeschwerden, Gewichtsverlust oder Veränderungen des Allgemeinbefindens können auftreten.

Diese Symptome können jedoch auch andere Ursachen haben und bedeuten nicht automatisch, dass ein Tumor vorliegt.

Mit der Computertomographie können wir Lage und Ausdehnung einer Veränderung beurteilen. Auch Bereiche der Nasenhöhle und des Nasenrachenraumes, die bei einer Untersuchung von außen nicht einsehbar sind, lassen sich damit darstellen.

Die CT liefert uns damit wichtige Informationen für die weitere Diagnostik und die Planung möglicher Behandlungsschritte.

Bildgebende Verfahren zeigen uns, wo eine Veränderung liegt und wie sie sich ausdehnt. Um festzustellen, um welche Art von Gewebeveränderung es sich handelt, kann zusätzlich eine Probe erforderlich sein.

Je nach Befund gewinnen wir Zell- oder Gewebematerial beispielsweise durch eine Feinnadelaspiration oder Biopsie. Die anschließende histopathologische Untersuchung kann Aufschluss darüber geben, um welche Veränderung beziehungsweise welchen Tumortyp es sich handelt. Diese Information ist wichtig für die weitere Therapieplanung.

Rachen, Kehlkopf und Gaumensegel

Wenn Atmung, Stimme oder Schlucken auffällig werden

Auch Erkrankungen von Rachen, Kehlkopf sowie weichem Gaumen und Gaumensegel gehören zu unserem HNO-Leistungsspektrum.
Zur ersten Abklärung untersuchen wir das Tier im wachen Zustand. Dabei beurteilen wir unter anderem das Atemmuster und die Atemgeräusche, die Stimme beziehungsweise das Bellen sowie den Schluckakt. Zusätzlich untersuchen wir die Hals- und Kehlkopfregion durch Inspektion und Palpation.
Je nach Fragestellung können wir die Untersuchung durch eine neurologische Beurteilung sowie bildgebende Verfahren wie Röntgen, Ultraschall oder Computertomographie ergänzen.

Für eine detaillierte Beurteilung von Rachen, Gaumensegel und Kehlkopf erfolgt die Untersuchung bei Hund und Katze in der Regel unter Sedierung beziehungsweise leichter Narkose.

Dabei können wir eine Pharyngoskopie und Laryngoskopie durchführen. So lassen sich unter anderem entzündliche Veränderungen, Fremdkörper, Polypen, Raumforderungen, Verengungen, Veränderungen des Gaumensegels, ein Kehlkopfkollaps oder eine Kehlkopflähmung erkennen.

Besteht der Verdacht auf eine Kehlkopflähmung, beurteilen wir insbesondere die Bewegung der Kehlkopfknorpel während der Atmung.
Tierärzte führen in der Tierklinik „Tierchirurgie Hund und Katze“ in Töging am Inn eine Endoskopie bei einem Hund durch.

Chirurgische Behandlung von Ohrerkrankungen

Wenn eine konservative Behandlung nicht mehr ausreicht

Nicht jede Ohrerkrankung muss operiert werden. Bei chronischen und irreversiblen Veränderungen des Gehörgangs, bestimmten Tumoren oder Erkrankungen des Mittelohres kann eine chirurgische Behandlung jedoch notwendig werden.
Welche Operation infrage kommt, hängt davon ab, wo die Erkrankung liegt, wie stark der Gehörgang bereits verändert ist und ob auch das Mittelohr betroffen ist. Gerade bei stark verengten, vernarbten oder verkalkten Gehörgängen kann eine lokale Behandlung zunehmend schwierig oder nicht mehr ausreichend sein.
Vor der Entscheidung für einen Eingriff untersuchen wir deshalb genau, welche Strukturen betroffen sind. Je nach Befund setzen wir dabei unter anderem Otoskopie, Computertomographie und weitere Untersuchungen ein.

Welche Operationsverfahren kommen infrage?

Je nach Befund gehören bei uns im TGZ folgende chirurgische Verfahren zu den Möglichkeiten:

  • Gehörgangsresektion
  • laterale Gehörgangsresektion
  • Entfernung von Gehörgangstumoren
  • vollständige Gehörgangsentfernung (TECA)
  • laterale Bullaosteotomie
  • TECA-LBO als Kombination aus TECA und lateraler Bullaosteotomie
  • ventrale Bullaosteotomie bei ausgewählten Erkrankungen

Welche Methode wir einsetzen, richtet sich nach Art, Lage und Ausmaß der Veränderungen.

Bei bestimmten Veränderungen kann ein Teil des Gehörgangs operativ entfernt oder eröffnet werden. Eine Gehörgangsresektion kommt beispielsweise bei lokal begrenzten Veränderungen, ausgewählten Gehörgangstumoren, bestimmten chronischen Entzündungen oder anatomischen Veränderungen infrage.

Welche Form der Operation geeignet ist, entscheiden wir danach, wie stark und in welchem Bereich der Gehörgang verändert ist.

Bei der lateralen Gehörgangsresektion entfernen wir einen Teil der seitlichen Wand des vertikalen Gehörgangs. Dadurch wird der Gehörgang weiter geöffnet.

Das kann die Belüftung und Drainage verbessern und die lokale Behandlung erleichtern. Bei stark vernarbten, verkalkten oder vollständig chronisch veränderten Gehörgängen reicht dieses Verfahren jedoch häufig nicht mehr aus.

Bei hochgradig chronischen und irreversiblen Veränderungen kann eine Total Ear Canal Ablation (TECA) notwendig werden. Dabei entfernen wir den äußeren Gehörgang vollständig.

Mögliche Gründe sind eine chronisch eitrige Otitis externa, eine starke Verengung oder Verkalkung des Gehörgangs, dauerhafte Schmerzen, fehlender Erfolg konservativer Behandlungen oder bestimmte Gehörgangstumoren.

Ziel des Eingriffs ist es, den dauerhaft erkrankten und schmerzhaften Bereich zu entfernen.

Die Bulla tympanica ist die knöcherne Mittelohrhöhle. Bei Erkrankungen des Mittelohres kann es notwendig sein, diese chirurgisch zu eröffnen. Dieser Eingriff wird als Bullaosteotomie bezeichnet.

Je nach Erkrankung und Operationsverfahren erfolgt der Zugang zur Bulla von der Seite als laterale Bullaosteotomie oder von unten als ventrale Bullaosteotomie. Dabei können wir entzündliches Material entfernen, krankhaft veränderte Schleimhaut behandeln und Proben für weitere Untersuchungen gewinnen.

Bei schweren chronischen Ohrerkrankungen können der äußere Gehörgang und das Mittelohr gleichzeitig betroffen sein. In solchen Fällen kann die vollständige Gehörgangsentfernung mit einer lateralen Bullaosteotomie kombiniert werden. Diese Operation wird als TECA-LBO bezeichnet.

Dabei entfernen wir zunächst den chronisch erkrankten äußeren Gehörgang. Anschließend wird das Mittelohr eröffnet und krankhaft verändertes oder entzündliches Material entfernt. Falls erforderlich, können dabei auch Proben für weitere Laboruntersuchungen gewonnen werden.

Gehörgangstumoren

Wenn Ohrprobleme immer wiederkehren

Tumoren des Gehörgangs können wiederkehrende oder dauerhaft einseitige Ohrprobleme verursachen. Gerade wenn Beschwerden trotz Behandlung immer wieder auftreten, schauen wir deshalb genauer hin, ob eine Veränderung im Gehörgang vorliegt.
Welche Behandlung infrage kommt, hängt davon ab, wo die Veränderung liegt, wie groß sie ist und um welchen Tumortyp es sich handelt. Je nach Befund sind dafür weiterführende Untersuchungen notwendig.

FAQ zum Thema

Hinweise können Blutungen, chronisches Ohrsekret, unangenehmer Geruch, Schmerzen oder eine zunehmende Verengung des Gehörgangs sein. Auch sichtbare Umfangsvermehrungen und immer wiederkehrende Entzündungen können Anlass für eine weiterführende Untersuchung sein.

Je nach Befund setzen wir Otoskopie, Computertomographie (CT), Biopsie und histopathologische Untersuchungen ein. Damit können wir Lage und Ausdehnung der Veränderung beurteilen und entnommenes Gewebe genauer untersuchen.

Die weitere Behandlung richtet sich nach Lage, Größe und Tumortyp. Abhängig vom Befund kann auch eine chirurgische Behandlung notwendig sein.

Welche Operationsverfahren bei Erkrankungen des Gehörgangs infrage kommen, erläutern wir im Abschnitt „Chirurgische Behandlung von Ohrerkrankungen“.

Von der Diagnose zur individuellen Therapie

Eine behandschuhte Hand legt während eines Eingriffs in der Tierklinik für Kleintiere mit Hilfe eines chirurgischen Instruments eine kleine, runde Geschwulst frei.

Erst die Ursache klären, dann gezielt behandeln

Gerade bei komplexen HNO-Erkrankungen ist es wichtig, zunächst genau zu klären, wo die Erkrankung liegt, wie weit sie sich ausgebreitet hat und welche Strukturen beteiligt sind. Erst auf dieser Grundlage können wir entscheiden, welche Behandlung für das jeweilige Tier sinnvoll ist.
Unser Schwerpunkt liegt deshalb auf einer strukturierten und möglichst umfassenden Diagnostik von Erkrankungen des Ohres und Mittelohres, des Gleichgewichtsorgans sowie der Nase und des Nasenrachenraumes. Je nach Befund kombinieren wir dafür die klinische und neurologische Untersuchung mit Otoskopie, Computertomographie, endoskopischen Verfahren sowie Biopsie und Histopathologie.
Anhand der Ergebnisse besprechen wir mit Ihnen, ob eine konservative, endoskopische oder chirurgische Behandlung infrage kommt. Unser Ziel ist dabei nicht nur, die aktuellen Beschwerden zu behandeln, sondern die zugrunde liegende Ursache möglichst genau zu erkennen und die Therapie auf den individuellen Befund Ihres Tieres abzustimmen.

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Wann ist eine HNO-Diagnostik sinnvoll?

Eine weiterführende Untersuchung kann insbesondere sinnvoll sein bei:

  • wiederkehrenden Ohrenentzündungen
  • chronisch eitrigem Ohrsekret
  • stark verengten Gehörgängen
  • Gehörgangstumoren oder anderen Umfangsvermehrungen
  • Kopfschiefhaltung
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Nystagmus
  • chronischem Nasenausfluss
  • einseitigem Nasenbluten
  • auffälligen Atemgeräuschen
  • Veränderungen im Nasenrachenraum
  • Verdacht auf Polypen oder Tumoren
  • unklarem Therapieerfolg trotz wiederholter Behandlung

Gerade bei wiederkehrenden oder länger bestehenden Beschwerden kann eine weiterführende Diagnostik notwendig sein, um tieferliegende Veränderungen zu erkennen und die weitere Behandlung darauf abzustimmen.

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