Operative Eingriffe an der Wirbelsäule
Zwischen den einzelnen Wirbeln liegen Bandscheiben, die zur Beweglichkeit und Belastbarkeit der Wirbelsäule beitragen. Durch degenerative Veränderungen oder Verletzungen kann Bandscheibengewebe seine ursprüngliche Lage verändern und auf das Rückenmark oder austretende Nerven drücken.
Die möglichen Folgen reichen von Schmerzen im Bereich des Rückens oder Halses bis zu Störungen des Bewegungsablaufs. Abhängig von Lage und Ausmaß der Schädigung können auch Koordinationsprobleme, Schwäche einzelner Gliedmaßen oder Lähmungserscheinungen auftreten.
Nicht jede Bandscheibenerkrankung muss operiert werden. Wir beurteilen anhand des neurologischen Befundes, der Stärke der Beschwerden und ihrer Entwicklung, ob eine konservative Behandlung möglich ist oder ein chirurgischer Eingriff erforderlich wird.


Diagnostik und operative Entlastung
Vor einer möglichen Operation untersuchen wir das Tier klinisch und neurologisch. So können wir die bestehenden Funktionsstörungen einordnen und den betroffenen Bereich der Wirbelsäule möglichst genau lokalisieren.
Für die weitere Beurteilung ist bei uns eine Untersuchung mittels Computertomographie (CT) erforderlich. Sie zeigt uns, wo der Bandscheibenvorfall liegt und in welcher Lage sich das Bandscheibenmaterial zum Rückenmark befindet.
Bei einer Bandscheibenoperation entlasten wir das Rückenmark beziehungsweise den betroffenen Nerv, indem wir das verlagerte Bandscheibenmaterial entfernen. Welche Methode wir wählen, hängt vor allem von der Lage des Bandscheibenvorfalls und der Position des Bandscheibenmaterials ab.
- Hemilaminektomie: Sie wird häufig bei Bandscheibenvorfällen im Brust- und Lendenwirbelsäulenbereich eingesetzt. Dabei entfernen wir seitlich einen Teil des Wirbelbogens, um das Rückenmark zu entlasten und ausgetretenes Bandscheibenmaterial zu entfernen.
- Mini-Hemilaminektomie / Pedikulektomie: Eine weniger umfangreiche Variante, die insbesondere bei seitlich beziehungsweise ventrolateral liegendem Bandscheibenmaterial eingesetzt werden kann.
- Dorsale Laminektomie: Hier erfolgt der Zugang von oben und ein größerer Teil des Wirbelbogens wird entfernt. Bei klassischen thorakolumbalen Bandscheibenvorfällen wird dieses Verfahren heute seltener als die Hemilaminektomie eingesetzt, hat aber bestimmte Einsatzgebiete, beispielsweise im lumbosakralen Bereich.
- Ventral Slot („ventraler Schlitz“): Dieses Verfahren wird typischerweise bei Bandscheibenvorfällen der Halswirbelsäule eingesetzt. Von der Unterseite der Halswirbelsäule schaffen wir ein kleines Fenster, über das das Bandscheibenmaterial entfernt wird.
- Fenestration: Dabei entfernen wir Bandscheibenmaterial aus dem Inneren der Bandscheibe. Das Verfahren wird häufig ergänzend zur Hemilaminektomie eingesetzt, um das Risiko eines erneuten Vorfalls an dieser Bandscheibe zu reduzieren.